
Schutzvorrichtungen im Garten: Undercover Gärtnern
Die Tage werden bereits länger und heller, die Temperaturen steigen und draußen quirilieren die Vögel und summen die ersten fleißigen Bienen. Mit dem Frühling kommt auch die Zeit, in der man sich wieder vermehrt im Garten aufhält.
Da es auch im späten Frühjahr immer wieder zu starken Kälteeinbrüchen kommen kann, muss für einen ausreichenden Schutz gesorgt werden. Im neuen Buch «Undercover Gärtnern» von Niki Jabbour dreht sich alles um Schutzabdeckungen, welche ihren Einsatz im Garten finden – mit unterschiedlichen Nutzen und übers ganze Jahr hinweg einsetzbar!
Im folgenden Beitrag lassen wir Sie in die Welt des Undercover Gärtnerns eintauchen und zeigen Ihnen einerseits eine Auswahl einfacher Schutz-„Covers“, welche sich auch für den Balkongarten eignen, andererseits werden auch anspruchsvollere und zeit- und kostenaufwändigere Coverprojekte aufgeführt, welche im Buch vertieft dargelegt und beschrieben werden.
WELCHER SCHUTZ FÜR WELCHEN ZWECK?

©Jeff Cooke/Cooked Photography
SCHATTENSCHUTZ-Cover:
⇒ einfache Umsetzung:
- Weidenglocken oder umgedrehter Wäschekorb als schnelle Lösung
- Vliesabdeckungen

©Jeff Cooke/Cooked Photography

©Jeff Cooke/Cooked Photography
⇒ anspruchsvoller/ aufwändiger:
- Bögen (vom Folientunnel) mit Schattiertuch
- Lattendach
Viele Nutzpflanzen brauchen täglich mindestens 8 Stunden Sonne, damit sie kräftig wachsen. Wintersalate und andere vertragen intensive Sonnenhitze schlechter. In Gegenden mit heißem Klima ist es ratsam, solche Pflanzen zu schattieren.
Das Schattiermaterial kann im Spätfrühjahr und Sommer übrigens auch dazu eingesetzt werden, damit Salatgemüse wie Spinat, Rucola, Pak Choi und Kopfsalat nicht zu früh in Saat schießen.
WETTERSCHUTZ-Cover:
⇒ einfache Umsetzung:
- Glocken, alte Plastikkanister oder Einmachgläser mit Öffnung oben zur vorübergehenden Abdeckung (Upcycling von Abfallmaterial)
©Jeff Cooke/Cooked Photography
⇒ anspruchsvoller/ aufwändiger:
- Folientunnel oder Vliestunnel über Reihen
- Foliengewächshäuser
- Gewächshäuser oder geodätische Kuppeln
Kälte, Frost, Wind, Schnee, Hagel und Starkregen können Sämlinge vernichten und größere Pflanzen schädigen. Ein kaltes Gewächshaus oder ein Folientunnel fängt Sonnenenergie ein, sodass im Inneren ein vorteilhafteres Mikroklima für das junge Gemüse entsteht. Solche Konstruktionen können die Erntezeit in den Herbst hinein verlängern oder eine Ernte zeitig im Frühjahr ermöglichen. In kühleren Regionen schaffen Sie auch Wachstumsbedingungen, unter denen Melonen oder Auberginen besser gedeihen.
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SCHÄDLINGSSCHUTZ-Cover:
⇒ einfache Umsetzung durch:
- Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen

©Fiona Hofer
Denken Sie nicht erst an Nützlinge, wenn Probleme auftreten. Besser ist es, sie schon im Winter in die Gartenplanung einzubeziehen. Überlegen Sie, welche Schädlinge aufgetreten sind – also wieder auftreten könnten – und welche Gegenmaßnahmen Sie ergreifen könnten. Grundsätzlich ist es ratsam, viel für die Pflanzengesundheit zu tun und Nützlinge in den Garten einzuladen.
Wichtig ist dabei: Finger weg von Spritzmitteln! Verwenden Sie keine Pestizide, auch keine biologischen, denn sie vernichten nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge. Das kann schwierig sein, wenn beispielsweise starker Blattlausbefall auftritt. Aber meistens lohnt es sich, einige Tage zu warten, bis die Marienkäfer die Blattläuse entdeckt haben.
Also: Blumen pflanzen! Nützlinge fressen nicht nur Schädlinge. Viele brauchen auch den Zucker, der in Pflanzennektar enthalten ist. Wenn Sie eine Vielzahl blühender Pflanzen mit unterschiedlichen Blütengrößen, -formen und -farben anbauen, locken Sie eine große Vielfalt an Nützlingen an. Gut geeignet sind zum Beispiel Schafgarbe, Sonnenblumen, Dill, Zinnien, Kapuzinerkresse und Koriander.
⇒ anspruchsvollere/ aufwändigere Umsetzung gegen Schädlinge :
- Niedrige Bögen mit Vlies, Fliegengitter oder
Vogelschutznetz

©Jeff Cooke/Cooked Photography
Niki Jabbour ist eine kanadische Gartenbuchautorin. Neben zahlreichen Büchern bietet sie Seminare rund um gärtnerische Themen an.