
Welttag des Buches
Bücher sind HAUPTsache – auch bei uns im Verlag und in der Buchhandlung wird viel gelesen und natürlich nicht nur Haupt Bücher. Wir haben unsere Mitarbeitenden gefragt, an welchem Ort sie am liebsten lesen und welches Buch sie aktuell am Lesen sind.
Da ich einen recht langen Arbeitsweg habe, lese ich oft im Zug. Nicht unbedingt mein liebster, aber wohl mein häufigster Leseplatz … Gerade habe ich ein neues Buch begonnen: «Wie alle anderen» von John Burnside, der zweite Teil seines autobiographischen Projekts. Ich habe bereits den ersten Teil «Lügen über meinen Vater» gelesen und bin begeistert von der Wucht seiner Sprache. Kein Wunder – John Burnside ist auch Lyriker.
Das Sofa ist mein Lieblingsleseort. Es ist quasi ein Erbstück meiner Eltern, die es nicht mehr brauchen. Als wir es neu beziehen mussten, konnten meine Freundin und ich uns nicht auf die Farbe einigen: Sie war für grün, ich für blau – deshalb ist es jetzt rot. Ein guter Entscheid, finde ich! Abends darauf zu lesen, gute Musik zu hören und ein Glas Wein zu trinken, ist wunderbar!
Ach, die Lektüre: Aktuell ist es gerade Butcher’s Crossing von John Williams.
Das schmale bibliophile Leinenbändchen erweckt schon rein durch seine angenehme äußere Erscheinung Neugierde , man muss das Büchlein einfach lesen. Es ist ein Erstlingswerk des Journalisten Takis Würger. Hans Stichler, der Protagonist stammt aus einfachen Verhältnissen und ist schon als Kind Waise geworden. Er wächst in einem Internat auf, wo er schon früh von einem Pater Boxunterricht erhält. Nach dem Abitur vermittelt ihm seine Tante ein Stipendium an der elitären Universität Cambridge. Als Gegenleistung soll sich Hans im noblen Pitt (Box) Club als Mitglied einschleusen lassen und dort ein Verbrechen aufklären.. Er verliebt sich in Charlotte, die ihm hilft, in der vornehmen Gesellschaft Fuß zu fassen. Schon sehr bald merkt er, dass sich hinter der versnobten Fassade tiefe menschliche Abgründe öffnen. Eine spannende Lektüre mit Sogkraft und elegant geschrieben.
Meine Lieblingsoase zum Eintauchen in die Bücherwelt und zum Entspannen ist mein blühender Balkon.
Das ist mein Lieblingsleseplatz bei schönem Wetter – meine Terrasse!
Das Buch auf dem Sofa ist «Am Ende bleiben die Zedern» von Pierre Jarawan – ich bin erst auf Seite 84 und bisher noch nicht restlos überzeugt vom Buch, aber das kann ja noch werden …
Am liebsten lese ich in meiner Bibliothek – mit allen Büchern in unmittelbarer Nähe und einem schönen Blick in die Gärten Berns.
Mein Lesetipp zum Tag des Buches: «Sand» von Wolfgang Herrndorf. Oberflächlich gesehen ist das ein Spionageroman, doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Buch als grandioses Verwirrspiel, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ich empfehle grundsätzlich alles von diesem wunderbaren, 2013 früh verstorbenen Autor – und greife gern zur schönen Werkausgabe, die im Rowohlt Verlag erschienen ist.
Beflügeltes Lesen auf der Récamiere – direkt unter Ikarus.
Im Moment lese ich das Buch «8 1/2 Millionen» von Tom McCarthy: Beim Anblick eines Risses in einer fremden Badezimmerwand blitzt die Vergangenheit auf: Der namenlose Ich-Erzähler hat ein Déjà-vu, die Erinnerung an Bruchstücke seines Lebens vor dem Unfall kehrt zurück. Mit der Unfall-Abfindungssumme von 8,5 Millionen Pfund versucht er, seine verlorene Wirklichkeit nachzubauen – und nachzuspielen, bis ins letzte Detail. Diese Suche nach Authentizität wird zum Zwang, steigert sich immer mehr und gerät schließlich außer Kontrolle.
Am liebsten lese ich im Frühling draußen – an der Aare, im Park unter den Bäumen oder auf dem Balkon. Sollte es wie gestern im April doch noch schneien, so bevorzuge ich das trockene Plätzchen. Gern schmökere ich in PHOTOVIZ Visualizing Information Through Photography – ein großartiges Buch, welches die Schnittstelle zwischen Fotografie und Datenvisualisierung geschickt kombiniert, sodass es Geschichten und komplexe Sachverhalte kraftvoll darzustellen vermag. Ein Beispiel? Alle startenden Flieger über einen Tag hinweg auf einem Foto vereint. Verschafft euch selbst ein Bild vom Buch – in unserer Buchhandlung am Falkenplatz!
Als meine Schwester ausgezogen ist, hat meine Mutter das Zimmer zu einem gemütlichen, mit Pariser Flair ausgestatteten «Chilli-Zimmer» umgewandelt. In diesem Zimmer liest sich der 1000-seitige Schinken von Cervantes über die amüsanten Abenteuer vom Möchtegern-Ritter Don Quijote, den ich für die Uni lesen soll, viel leichter als anderswo.
Mein Lieblingsleseort befindet sich in meiner Wohnung auf meiner roten Couch mit vielen Kissen und Kerzenlicht. An kalten Winter- oder Frostabenden lege ich mein flauschiges Schafsfell einfach unters Sofa, damit es beim Lesen gemütlicher und wärmer wird. Im Sommer lese ich lieber auf meinen Balkon, an der Aare oder am See.
Ich starte heute mit meiner neuen Lektüre, «Hagard» von Lukas Bärfuss. Ich bin gespannt und freue mich auf das Buch.
Auf dem Weg zur Arbeit pendle ich mit dem Zug – ein guter Ort zum Lesen. Buch und ÖV bilden eine gute Symbiose.
Ich mag die Bücher von Lena Andersson. Es sind Romane über die Liebe. Zwischenmenschliche Beziehungen beschreibt die Autorin feinsinnig und mit psychologischem Blick. «Unvollkommene Verbindlichkeiten» handelt von einer Frau und einem Mann, die nicht miteinander aber auch nicht ohne einander leben können, es erzählt von Abhängigkeiten, Sehnsucht, Macht, Selbstbetrug und Einsamkeit.
Ich lese am Liebsten abends im Bett. Am allerliebsten Krimis in Fortsetzung, z. B. jene von Elizabeth George oder verschiedener deutscher und skandinavischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Perfekt wird es, wenn meine Katze dann auch noch neben mir liegt und laut schnurrt. Da kommt es schon ab und zu vor, dass ich mich zum Lesen einrichte – und dann morgens erwache, das Licht ist noch an und das Buch liegt irgendwo …
Ich lese aber auch querbeet alles Mögliche, was der Bücherturm auf dem Nachttisch illustriert. Aktuell lese ich «GEISTER» von Nathan Hill. Aus dem Klappentext: «GEISTER ist ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe und Selbstbestimmung, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.» Ich bin erst im ersten Fünftel des Buches, es reißt mich aber schon mit, weil es sehr, sehr gut geschrieben, vor allem aber natürlich fantastisch übersetzt ist. Es ist ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen.
Am liebsten lese ich in meinem kuschligen blauen Ohrensessel. Meine nächste Lektüre wird «Herr Brechbühl sucht eine Katze» von Tim Krohn sein. Seit Tim Krohn im November 2015 bei uns gelesen hat, freue ich mich auf die Lektüre dieses Buches.
Einer meiner Lieblingsplätze – bei etwas weniger frostigen Temperaturen ….
Das Romandebüt der jungen Autorin Luise Maier fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und ist von einer enormen Intensität. Die Sprache ist sehr schlicht, doch die erzählte Geschichte ungeheuer kraftvoll.
Ob rund um mein Haus, in meinem Gemeinschaftsgarten nahe der Stadt oder in einem Permakulturprojekt eines nahe gelegenen Flüchtlingszentrums – ich gärtnere gerne und viel. Ich wusste zwar, dass es eine wichtige Grundlage ist, sich mit der Bodenbeschaffenheit auseinanderzusetzen, bisher war ich dafür aber schlichtweg zu faul und überließ es dem Überlebenswillen der Pflanzen, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Als das Boden-Buch bei Haupt herauskam, gab es dann keine Ausrede mehr, mich mit der Basis vertrauter zu machen. Und ich kann nur sagen: es lohnt sich!
Hier liegt das Buch auf meinem Sofa im Wohnzimmer, wo ich mich immer mal wieder in eines der Kapitel vertiefe, es fasziniert mit meiner Mitbewohnerin – praktischerweise einer Gärtnerin – diskutiere und versuche, mit dem neu erworbenen Wissen zu glänzen.